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Der Disney-Film ‘Die Eiskönigin’ (Frozen) enthüllt den Schlüssel, wie wir die prämenstruelle Zeit überleben!

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Menstruationsmythen

Snow Queen

Der Disney-Konzern hat eine Menge dazu beigetragen, die weisen Geschichten europäischer Folklore zu erzählen und wieder zu erzählen. Leider wurden beim Nacherzählen viele Geschichten von negativen Aspekten befreit oder verändert, um sie kommerziell attraktiver zu machen.

Aber in Disneys Filmformel schaffen es einige Animationen immer wieder, die uralte Weisheit der Frauen lebendig und für junge Mädchen zugänglich zu erhalten. Auch wenn Volksmärchen für ein modernes Publikum überarbeitet werden, können alte archetypische Muster dennoch überleben und in der Psyche von Frauen resonieren. Das Gefühl von Gänsehaut, das wir auf unserer Haut spüren, wenn wir den Film anschauen, zeigt uns, dass tiefe Magie am Werk ist!

Dies geschieht, weil die ursprünglichen Geschichten grundlegender Ausdruck der menschlichen Existenz sind und weil wir unabhängig von der Zeit immer noch auf einer unbewussten Ebene darauf reagieren.

Schneeweißchen – ein Menstruationsmythos!

Mit dem Film ‚Schneeweißchen‘ hat Disney einen uralten ‚Menstruationsmythos‘ (eine Geschichte über die Energien des Menstruationszyklus) am Leben erhalten und und stellt so für aufeinanderfolgende Generationen von Mädchen und Müttern eine moderne Version einer älteren Geschichte zur Verfügung, die uns etwas lehrt über die Energien unserer Menstruationszyklen, über das erste Blut und über den Schritt hinein ins Erwachsenenalter (mehr dazu in meinem Buch Red Moon (Der Rote Mond). Aber was ist mit dem Film ‚Die Eiskönigin‘, der die Geschichte ‚Die Schneekönigin‘ von Hans Christinan Andersen adaptiert hat? Sicherlich ist es kein Menstruationsmythos, der in dieser lustigen und bezaubernden Geschichte liegt?!

Die Eiskönigin (Frozen)

‚Die Eiskönigin‘ ist eine Geschichte über die Energien der ‚Zauberin‘ in unserem Menstruationszyklus, die in der prämenstruellen Phase vorkommen.

Für viele von uns fühlt sich die ‚Phase der Zauberin‘ in unserem Menstruationszyklus oft an wie eine Zeit destruktiver Energien und Verhaltensmuster. Wir fühlen uns dann bisweilen ‚außer Kontrolle‘, unfähig klar zu denken und haben wenig körperliche Energie. Wir wollen einfach loslassen und uns von der Welt zurückziehen. Jedoch enthält die Zauberin-Phase auch wundervolle Geschenke: Freiheit, Aussteigen, Inspiration und kreative, sexuelle und spirituelle Energien. Aber wir müssen den Schlüssel kennen, mit dem wir diese Geschenke öffnen und genießen können. Der Schlüssel liegt in ‚Die Eiskönigin‘!

In ‚Die Eiskönigin‘ wird Prinzessin Elsa mit einem ‚Fluch‘ geboren – nämlich mit der Fähigkeit, alles um sich herum einzufrieren. Als Kind spielt sie mit dieser kreativen Kraft, doch dann bedroht sie durch Zufall das Leben ihrer Schwester.

Als Elsa vom Kind zur jungen Frau heranwächst, verstärkt die prämenstruelle Zauberinnen-Phase ihre kreativen Energien und diese werden stärker und unkontrollierbarer. Elsa muß jeden von sich fernhalten und kann niemanden an sich heranlassen, weder körperlich noch emotional. Sie muss ihre Macht verbergen, sie nicht zeigen und ein ‚gutes Mädchen‘ sein, so dass niemand davon erfährt und sich vor ihr und ihrer Macht erschrickt. Sie sperrt sich in ihrem Zimmer ein, weg von der Welt, und versucht zu verbergen, was sie ist, damit ihre Lieben vor ihr sicher sind.

Isoliert von ihrer Schwester gibt es keine Liebe – nur Angst, Schuld und Verdrängung, und ihre Macht wird stärker und unkontrollierbarer.

Wie Elsa sein

'In the Quiet' by Gaia OrionIn unserer prämenstruellen Phase erleben wir einen natürlichen Rückzug unserer physischen, emotionalen und geistigen Energien. Aber in diesem Rückgang können wir auch Höhepunkte stark kreativer und sexueller Energien erleben. Diese Energien sind kraftvoll, zwanghaft, instinktiv und wild. Sie können uns antreiben und dominieren und Gefühle wie Frustration, Aggression und destruktiver Wut mit sich bringen, wenn wir sie nicht befreien können.

Wie Elsa versuchen wir das Freilassen dieser kreativen Kraft zu unterdrücken, weil wir Angst haben – Angst davor, was wir tun werden und wie es sich auf andere Menschen auswirken wird. Sie bedroht uns und unsere Lieben, deshalb tun wir alles was in unserer Macht steht, um sie aufzuhalten. Das beinhaltet auch die Sache zu zerstören, die aus uns eine Frau macht und die Quelle der Kraft ist – unseren Zyklus.

Dafür sorgen, das andere ‘sicher’ sind:

Wie viele von uns versuchen, sich von unseren Lieben fernzuhalten, weil wir Angst vor unseren negativen prämenstruellen Gefühlen von Intoleranz, Aggression, Frustration und Ungeduld haben, und vor den verletzenden Worten, die wir unbedacht aussprechen können?

Wie viele von uns fühlen sich außer Kontrolle und verzweifelt und versuchen, die aufkommenden Energien zu begrenzen oder zu unterdrücken, damit wir „brave Mädchen“ sein können und uns verhalten können, wie die Gesellschaft es von uns erwartet?

Wie viele von uns wollen in dieser Phase einfach so sein wie sie sind?

Als Elsa Königin wird, wird ihre Macht entdeckt und vor lauter Angst läuft sie weg aus der Welt hinein in die Einsamkeit der Berge. Auf dem Berg im Schnee ist sie das erste Mal in ihrem Leben frei, zu sein wer sie istwild, kreativ und weiblich. Ohne Einschränkungen erforscht sie ihre Kräfte und erschafft erstaunliche Schönheit. Dabei verändert sie nicht nur das Land um sich selbst herum, sondern auch ihr eigenes Aussehen. Sie ist sexy und magisch, gestärkt und eine Königin im mythologischen Sinn – eine Repräsentantin der Göttin des Landes. Sie ist frei die Begrenzungen abzuschütteln, die sie sich selbst auferlegt hat, um ihre Macht zu verstecken und andere zu beschützen. Sie lässt los, unfähig die Energie weiterhin zurück zu halten. Sie fühlt die wirbelnde Energie in sich wie einen tobenden Sturm und in ihrer Angst, dass sie sie nicht zurück halten kann, lässt sie sie frei. Sie dreht sich um und schlägt die Tür hinter sich zu – sie ist so prämenstruell!

Elsas Wildheit ist nicht von Regeln begrenzt; es gibt kein richtig oder falsch, nur wer sie ist und ihre Macht. Und ihre Macht ist Ausdruck ihrer weiblichen Seele, die Schönheit in Form eines Eispalastes und gefrorener Kristalle erschafft. Das perfekte Mädchen ist weg, die Einschränkungen der Gesellschaft sind nicht länger relevant, sie lässt den Sturm weiter wüten – sie ist unser befreites, prämenstruelles Zauberinnen-Selbst!

Die prämenstruellen Energien – der Schlüssel

Die prämenstruelle Phase ist unsere natürliche wilde Phase kreativer und dynamischer Kraft und sie wird zu einem Wirbelsturm in uns, wenn wir versuchen, sie zu unterdrücken. Und sie wird durchsickern, egal wie sehr wir versuchen sie aufzuhalten. In dieser Phase müssen wir unsere Kraft willkommen heißen, unsere Bedürfnisse erfüllen, frei von den Einschränkungen der Gesellschaft sein und in Kontakt mit unserer kreativen, spirituellen und sexuellen inneren Zauberin kommen.

Disney gibt allen Zauberinnen (prämenstruellen Frauen) egal ob alt oder jung durch Elsas Lied “Ich lass los” eine Stimme. In diesem Lied schwingt unser tiefgreifendes Herzensbedürfnis mit, angenommen zu werden, frei zu sein, um unsere Zauberinnen-Kraft willkommen zu heißen und uns nicht schuldig dafür zu fühlen, wer wir als Frauen sind. Kein Wunder, dass dieses Lied bei so vielen Frauen und Mädchen Resonanz auslöst!

Letztlich ist Elsa glücklich damit, wer sie ist – sinnlich, kreativ, schön und kraftvoll. Aber sie erkennt nicht, dass ihre Macht die Welt in Eis und Schnee verwandelt hat. Etwas stimmt nicht. Es ist nicht genug ihre wilde Kraft auszudrücken, sie muss Zauberin sein und immer noch gleichzeitig mit anderen Menschen leben können, ohne sie zu verletzen.

Und dann geschieht es nochmal und Elsa verletzt durch ihre Kraft ihre Schwester, und dieses Mal wird es Anna nicht überleben. Die Eiskönigin ist ein Kinderfilm voller Spaß und Lachen, aber er schenkt uns auch einen geheimen Schlüssel, wie wir unserer inneren Zauberin treu sind und mit der Kraft unserer prämenstruellen Phase angstfrei und ohne andere zu verletzen umgehen.

In der Geschichte ist es „die wahre Liebe“, die der Schlüssel ist.

Als am Ende Königin Elsa ihre erfrorene Schwester umarmt, die ihr Leben für sie gegeben hat, um sie zu beschützen, da erkennt sie, dass sie in der Lage ist, sogar mit all ihren schrecklichen Kräften geliebt zu werden. All die Gedanken, wie schlecht sie sei und all die Schuldgefühle verflüchtigen sich, als sie beginnt sich selbst zu lieben. Und schließlich wird auch ihre innere Kraft geliebt und sie kann sie durch liebevolles Akzeptieren und kreative Verspieltheit ausdrücken.

Elsa ist nun nicht länger isoliert. Sie lebt wieder im Palast, aber jetzt ist er ausgeschmückt mit ihrer Kreativität und Verspieltheit – und auch der Schneemann bekommt sein eigenes Schneewölkchen (ihr müsst den Film anschauen, um das zu verstehen!)

Die Phase der Selbst-Liebe?!

Hier ist die Weisheit, die in unseren Knochen resoniert:

Ja, unsere Zauberinnen-Kräfte sind ein Wirbelsturm in uns, der sich zeigen möchte, und sie sind kraftvoll und zerstörerisch, wenn sie zurückgewiesen werden. Aber in der Zauberin-Phase geht es um die Selbst-Liebe. All unsere Negativität dreht sich nicht um die Situation, in der wir stecken oder um die Menschen um uns herum (wie viele von uns haben während der prämenstruellen Phase nicht schon an Scheidung gedacht? ). Unsere Negativität ist eine laute Nachricht unseres Unterbewusstsseins darüber, wie sehr WIR UNS SELBST LIEBEN UND AKZEPTIEREN, wie sehr WIR UNSERE WAHRE NATUR AUSDRÜCKEN und wie sehr WIR UNS NÄHREN UND UNSERE WEIBLICHEN BEDÜRFNISSE ERFÜLLEN.

Wenn wir uns selbst lieben, in welcher Phase auch immer, wenn wir akzeptieren, dass wir kreative, sexuelle und magische Wesen mit zyklischer Natur sind, dann erfahren wir Wohlfühlen, Glücklichsein, Ganzheit und Selbstliebe. Unsere Zauberin muss dann nicht länger gefürchtet werden. Sie ist ein schöner und wundervoller Teil dessen, was wir sind, und in den Tagen in denen sie unser Leben regiert, können wir ihre Kreativität lieben und sie ausdrücken, wir können ihre Sexualität lieben und sie ausdrücken, und wir können ihre Spiritualität und Magie lieben und ausdrücken.

In Märchen ist es meist die Liebe, die die böse Hexe besiegt. Glückwunsch an Disney dafür, dass sie einen Schritt weiter gegangen sind und uns zeigen, dass das Fühlen und der Ausdruck von Liebe alle destruktiven Impulse besiegt und doch der Zauberin immer noch erlaubt, frei und kreativ und ein Teil dieser Welt zu sein .

In unserer Zauberin-Phase müssen wir uns also dringend selbst lieben, uns selbst nähren, und uns Zeit geben, unsere Bedürfnisse zu erfüllen und unsere Energien auszudrücken. Ich vermute, dass Elsa wahrscheinlich ihren Eispalast behält und sich dorthin einmal im Monat zurückzieht, um ein bisschen Alleinsein und Regeneration zu erfahren. Wie Elsa können auch wir jeden Monat unser eigenes ‚Eisberg-Retreat‘ erschaffen, die sexy kraftvolle Eiskönigin sein und eine wunderschöne Welt um uns herum erschaffen.

Nicht länger verflucht

Im Film fragen die Trolle, ob Elsa mit den Kräften geboren oder verflucht wurde, und die Antwort ist, dass sie damit geboren wurde – so wie alle Frauen. Später im Film singt Elsa davon, dass ihre Kräfte ein Fluch sind. Interessanterweise ist „Der Fluch“ ein altmodischer Begriff für Menstruation, basierend auf der christlichen Geschichte, in der Eva aus dem Paradies geworfen wurde und ihr deshalb als Strafe der Menstruationszyklus und Kindsgeburt gegeben wurde, weil sie ihrem Gott nicht gehorcht hatte.

Etwas so Wundervolles und Erstaunliches wie die weibliche Schöpferkraft wird immer noch in vielen Gesellschaften auf der ganzen Welt als ein „Fluch“ gesehen – als etwas das gegen die Natur ist, negativ und destruktiv, und als etwas, das unterdrückt und kontrolliert werden muss.

Die Eiskönigin zeigt uns, wie schön und machtvoll Frauen sind, wenn ihre Energien umarmt und geliebt werden und – was am wichtigsten ist – wenn sie sich frei ausdrücken dürfen.

Danke Disney

Du weißt vielleicht nichts davon, doch du hast einen wundervollen Menstruationsmythos geschaffen, der uns dabei hilft, uns zu verstehen und der unsere Töchter etwas über die Schönheit ihres Menstruationszyklus lehrt.

 

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